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8. Kernfrage: Funktionen und Wirkungen des Betens

2. April 2013 | Erstellt von Arbeitskreis Thema Gott

Gerade weil es so viele unterschiedliche Arten, Formen und Bewertungen des Betens gibt, ist es wichtig, eine Definition des Gebets zu versuchen. Auch nach den (zahlreichen!) Funktionen und Auswirkungen des Gebets ist zu fragen. Dazu gehören auch die Rückwirkungen des Gebets auf das Individuum und auf eine Gemeinschaft. Zu welchem Gott wird gebetet? Die Antwort darauf fällt bei Kindern anders aus als bei Erwachsenen und alten Menschen. Die Berücksichtigung der Kritik am Gebet muss das Beten nicht erschweren oder verhindern, sondern kann es bewusster werden lassen. Dafür gibt es einen Praxisvorschlag.

Zum gesamten Text der 8. Kernfrage

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2 Kommentare

  • Heinz G. Liberda schrieb:

    Wenn unser Gottesbild beinhaltet, dass Gott nicht durch die Dimension der Zeit begrenzt ist, dann
    gibt es für Gott kein “Vorher” und “Nachher” und keinen zeitlichen Zusammenhang zwischen
    Ursache und Wirkung oder Bittgebet und Erhörung.
    Als in der Zeit lebende Menschen denken wir aber meist in diesen Zusammenhängen, und Jesus fordert uns sogar ausdrücklich auf, Gott zu bitten.
    Allerdings können wir nicht erkennen, was mit oder ohne unser Bittgebet geschehen wäre.
    Man kann es als eine Erfüllung einer Bitte sehen, wenn das Erbetene eingetroffen ist; wenn nicht, dann kann man sich damit trösten, dass Gott “schon wissen wird”, was für den Bittenden das Beste ist. Wer nicht an ein Wirken Gottes glaubt, kann – ebenso unbeweisbar – behaupten, das Erbetene wäre auch ohne Bitte eingetroffen, oder auch nicht. Für unsere Bitten gibt es keine Erfolgskontrolle. Wir müssen auf Gottes Wohlwollen vertrauen, der weiß, was wir brauchen,noch ehe wir ihn bitten (vgl. Mt 6,8) – ein Hinweis sowohl auf die Zeit-Unabhängigkeit Gottes als auch auf Gottes Wirkmöglichkeit im Diesseits und auf die Notwendigkeit, beides im Glauben gemeinsam zu denken.

  • Hanneklore Behrendt schrieb:

    Irgendwie reizt es mich zu antworten, da ich mich angesprochen fühle als eine manchmal Betende, aber auch als eine, die an einen personalen Gott nur schwerlich glauben kann.
    Menschen wie ich, die Gott eher als eine Wirkmacht, z.B. das ständig neue Werden, nach dem Schöpfungsakt ansehen, tun sich schwer mit dem Beten. Ich z.B. tue es trotzdem. Warum? Da ist einmal die andere Sichtweise. Indem ich heraustrete aus der aktuellen Situation gewinne ich Abstand. Abstand heisst auch Zeitgewinn. Mit anderen Worten : Beten verändert die Sicht auf die Dinge und damit den betenden Menschen. Der Punkt 6 Ihrer praktischen Vorschläge würde mir am ehesten entsprechen.
    Noch etwas: In Punkt 10 Ihrer Vorschläge sagen Sie: Gegenüber Gott könne nicht egoistisch gebetet werden. Ich meine, die meisten Gebete sind doch egoistischer Natur: Menschen bitten Gott um etwas, meist für sich selbst (Fürbitten sind etwas anderes)
    Grundsätzlich finde ich es gut, dass Sie sich dieses Themas angenommen haben. Die meisten Menschen denken doch, Gott würde nie in das weltliche Geschehen eingreifen, haben also eine deistische Auffassung, die immer mehr zur Mode wird.

    Dazu eine Antwort aus dem Arbeitskreis:

    Bei der Aussage , dass zu Gott nicht egoistisch gebetet werden kann, fehlt vielleicht das Wort “nur”. (oder “eigentlich”). Wenn wir an Gott denken oder zu ihm beten, wird uns der größere Zusammenhang bewusst, in dem wir stehen und leben. Da kann ein Beter nicht nur und schon gar nicht auf Kosten anderer etwas nur für sich erbitten,, wenn er/sie beim Beten nicht n u r an sich selbst denkt, sondern auch daran, zu Wem oder Was er betet. . Das ist natürlich schwierig, beides miteinander zu verbinden, vor allem wenn die Not groß ist. Aber es lohnt sich, das Gebet öffnet eine größere Wirklichkeit. Vielleicht klingt das Wort egoistisch etwas zu negativ, aber es ist schon so wie Sie schreiben, dass meistens im engen Rahmen des eigenen Ichs gebetet wird. Eigentlich müßte sich schon dadurch MEHR eröffnen, wenn und weil sich das Gebet an Gott richtet. Umso mehr, wenn sich Beter Zeit nehmen, an ihn zu denken . Wie kann Gott in das Geschehen eingreifen? Wie wirkt er in der Welt? (als Wirkmacht, wie Sie schreiben!). So bekommen wir oft mehr im Gebet als wir erbeten haben oder sogar merken