Beteiligen Sie sich an unserem Diskussionsprojekt!
Header

13. Kernfrage: Hoffen über den Tod hinaus?

2. April 2013 | Erstellt von Arbeitskreis Thema Tod und Leben

Für eine Hoffnung über den Tod hinaus gibt es viel Ermutigung und Zeugnis. Erstaunlich, wie viel früher Kirche, Gläubige und Künstler über das Leben nach dem Tod wussten. Wird das heute noch akzeptiert? Als Begründung hierfür wird die Berufung auf Jesus und seine Auferstehung herangezogen; aber doch auch gefragt, ob solche antiken Formulierungen des Bekenntnisses noch die Hoffnung in Moderne und Postmoderne leiten kann. Und wer will schon zu einem Endgericht auferstehen (und jetzt schon Angst davor haben), in dem das eigene Bestehen höchst ungewiss ist?

Trotzdem hat die christliche Botschaft den Mut und die Zuversicht zu einer größeren Hoffnung, indem sie an das Gebot der Liebe anknüpft: Lieben heißt einem Menschen sagen: du wirst immer da sein. Die Hoffnung über die Todesgrenze hinaus wurzelt in der Zusage: „Gott ist Liebe“ (1. Joh 4,16).

Zum gesamten Text der 13. Kernfrage

Folgen Sie der Diskussion über diesen Beitrag via RSS 2.0 Kommentare und Pings sind aktuell nicht möglich.

3 Kommentare

  • Johannes Kreppel schrieb:

    Was kommt nach dem willentlichen Leben? Johannes Kreppel am 10.11.14
    Notizen zu Fragen des sog. Jenseits
    Zugegeben, ich teile heute die Vorstellung des Christentums von einem ‘jenseitigen’, bzw .. von einem ‘nachtodlichen Leben’ nicht mehr – praktisch seit sich (auch) für mich die Schwergewichte aller menschlichen Existenz (wieder) in das sog. Diesseits verlagert und sich derart die ‘Sinn-Frage (wieder) umgekehrt hat. Es ließe sich auch von einem eher kurzzeitigen Intermezzo der Überbestimmung durch den außerweltlichen Gott des Christentums sprechen, denn auch für mich, der ganz im Sinne Rilkes, des Jahrhundertmeisters. der einst dichtete:

    gab es noch immer einen transzendenten, überweltlich zu nennenden Gott. Aber eben in dieser Distinktion – mit dem gering erscheinenden Unterschied zwischen ‘außerweltlich’ und ‘überweltlich’ bestand für mich eine wesentliche, eine substanzielle Differenz.
    Hatte schon die alte Jenseits- Vorstellung unverdrossen mit der Kultivierung der Natur, also mit dem Emstnehmen der materiellen Wirklichkeit, noch deutlicher gesagt, mit deren Realisierung begonnen, die auch nicht erst zuletzt höchsten Ansprüchen gerecht werden musste. – heute hat das jedes Futurum (1 oder II) zu gewährleisten. Am ehesten lassen sich die einst nachtodliehen Perspektiven mit der Wirkungsgeschichte eines Erdenlebens assoziieren, nämlich sobald diese den angemessenen Bedacht gefunden hat. Das mag dessen bloße Würdigung bedeuten, aber erst recht dessen selbst verantwortete Fortführung – von einem einfachen Geschäft bis zu einem hochgeistigen Werk – gleich viel.
    Nun steht alles individuelle Leben – und je mehr es zur Reflexion, zur Nach-denklichkeit fähig ist, unter Wiederholungszwang (ein Beispiel / Goethes ‘Faust’ / das Helena .. Erlebnis im Spiegelbild: ‘Oh, bleibe doch, Du bist so schön’ – als hoch-not-volles Bedürfnis aber auch als erfüllendes und beseligendes Glück = Gnade = Entgegenkommen Gottes (des Weltengeistes )! Das Leben ist von vornherein so eingerichtet, dass dem separierten Einzelnen so etwas wie eine ‘entgegenkommende Gnade’ zuteil wird. Diese besteht, man kann es nicht anders sagen, immer schon VOR ihm, ja genau genommen auf ihn hin – zur Bekrönung aller Wunder des Daseins! Noch wir Heutige könnten getrost mit Paulus formulieren, zitiert nach seinem Bekehrungserlebnis vor Damaskus: ‘Herr, was sollen wir tun? Denn nicht wir sind die Schöpfer dieses Lebens sondern der, dem auch wir unser Leben verdanken! ‘
    Worin nun ist der wesentliche (substantielle) Unterschied in der begrifflichen Differenzierung des Überweltlichen vom Außerweltlichen zu sehen? Wenn ich den Begriff Gottes mit dem des Ganzen assoziiere, bewahrt er gewissermaßen die Attribute der Schöpfung, denen er sich ja selber ‘unterworfen’ hat. Anders verhält es sich mit dem Begriff des außerweltlichen Gottes, der sich gegenüber seiner Schöpfung auch indifferent verhalten könnte. Ein solcher bräuchte sich letztlich nicht einmal mit-verantwortlich zu fühlen, für die Sünde, die Abtrennung, den ‘Abfall’ einer Welt, die ihm nicht um jeden Preis folgte, selbst nicht für eine von ihm (selbst) geschaffenen Welt.
    Ich hatte einmal versucht, die sog. Versuchungen, denen, biblisch gesprochen, der Mensch ‘ausgesetzt’ ist (‘Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens’ Rilke) wort-wörtlich zu deuten als ein ‘Ausprobieren’ (To try and to error) – lernt der Mensch, jeder Einzelne, doch noch immer primär aus der Erfahrung, nur dass wir Heutigen andere Schlüsse daraus ziehen als Menschen anderer Zeitalter, Kulturkreise, Religionen. Der Jenseitsglaube ist zwar auch über das Christentum hinaus verbreitet. Schon nach dem Biblischen Weltbild besteht die Wirklichkeit aus 3 Ebenen: der sog. Unterwelt, der Welt des Menschen und der Welt der ‘Himmlischen’. Aber bereits im Apokalyptischen Judentum wird auch ihre Einheit beschworen: Jahwe ist ihr Schöpfer und Herr (Garant). Von der Erscheinung des Messias Jesu an kann (streng genommen) eigentlich nicht mehr von einem Diesseits und einem Jenseits gesprochen werden (dem steht zwar die Praxis, sprich: der Volksglaube entgegen).
    Besser wäre es , von einem ‘nachtodlichen’ Leben zu sprechen, also von den Folgen und der Bedeutung eines gelebten Lebens – über dieses hinaus (unter den ‘Folgen’ seien hier alle ‘Hinterlassenschaften’ verstanden, unter ‘Bedeutung’ mehr das, was man auch den ‘Nachruhm’ nennt, also die ‘Wirkungen’, die man einem Menschenleben ‘zuschreibt’). Der fragliche Einzelne verlöre diese zwar in jedem Fall aus dem Griff, aber er kann dem vorbauen (wie man sagt), er vermag Vorkehrungen zu treffen, so lang er zu handeln fähig ist, und das bedeutet, es ist grundsätzlich in seine Hände gegeben, wie er sich entscheidet: auch insofern ist des Menschen Schicksal, sind dessen Geschicke in seine eigenen Hände gelegt, kann man auch von der Angemessenheit menschlicher Schicksale sprechen, stehen diese, gewissermaßen neutral, zur Verhandlung.

    Johannes Kreppel

  • Dr. Wennemar Schweer schrieb:

    Insgesamt ein gut lesbarer und respektabler Text mit vielen guten Gedanken und Formulierungen
    An drei Stellen möchte ich kritische Anmerkungen machen:
    1.Im Text heißt es: “An Christi Auferstehung orientiert scih alles, was mit ´Auferstehung der Toten` für die Gemeinde Christi gemeint sein kann”. Wenn das zuträfe, dann müssten die Gräber der Christen am Ende aller Zeiten genau so leer werden, wie das Grab Jesu nach dem Zeugnis des Neuen Testamentes leer war, – eine unmögliche Vorstellung.
    2. Ich hätte es begrüßt, wenn in dem Artikel deutlicher geworden wäre, dass man sich im NT die Zukunft vorrangig im Sinne der Naherwartung als eine neue wunderbare Existenzform auf einer von Gott verwandelten Erde vorstellte. Anschlussfähig an heutiges Weltverständnis sind allein solche Texte, die den Tod als Übergang hin zu Gott verstehen lassen ( Phil 1,23: Ich habe Lust abzuscheiden und beim Herrn zu sein). Dazu würde auch das im Text angeführte schöne Zitat von Luther aus dem Sermon von der Bereitung zum Sterben passen.
    3. Hinterfragen möchte ich den Satz “Auch die Erfahrung mit Sterbenden enthält keine allgemein gültige Wahrheit”. Gibt es denn im Kontext des Themas “Hoffen über den Tod hinaus?” überhaupt allgemein gültige Wahrheiten, oder ist nicht alles Deutung, Interpretation, Glaubensinhalt? Die erwähnten Erfahrungen von Menschen im Sterben (bzw. anderen Extremsituationen) stellen kein Novum dar, sondern rücken nur uralte ernst zu nehmende spirituelle Erfahrungsinhalte neu ins Licht der Öffentlichkeit. In Gestalt der Außerkörperlichkeitserfahrungen stellen sie die gängigen Theorien über das Verhältnis von Gehirn und Geist in Frage und erweisen sich durch ihre wahrheitsgetreuen Inhalte als resistent gegenüber allen psychologischen und neurologischen Erklärungsversuchen ( im Sinne von Erinnerungsstücken oder Fehlfunktionen des Gehirns).
    Damit tut sich ein weites Diskussionsfeld mit Neurologen auf, die Geist als Produkt eines funktionierenden Gehirns verstehen und deshalb jedes Hoffen über den Tod hinaus ablehnen. Theologisch hoch interessant wäre die Frage: Könnte das, was bei Außerkörperlichkeitserfahrungen vorübergehend passiert, dann im Tode endgültig eintreten, so dass allen Menschen als Schöpfungsgabe eine Zukunft über den Tod hinaus gewährt wird?
    Übrigens gibt es fast gleichlautend mit der Überschrift dieses Aufsatzes ein Buch mit dem Titel “Hoffnung über den Tod hinaus? Nahtoderfahrungen, Nachtodkommunikationen und christlicher Glaube.”

  • Gisela Wisskirchen schrieb:

    Ich glaube, dass Gott da ist in meinem Sein und in jedem Sein. Das nenne ich Dasein im irdischen Leben. Wenn ich sterbe, vollendet sich mein Dasein in Gott. Gott bedeutet für mich Heil, Herrlichkeit und Liebe!