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6. Kernfrage: Kommunikation mit Gott

2. April 2013 | Erstellt von Arbeitskreis Thema Gott

Ist es möglich, Verbindung mit Gott aufzunehmen – ihm etwas mitzuteilen oder etwas von ihm zu empfangen? Für betende Gläubige ist das selbstverständlich. Aber nicht nur im Blick auf neuere naturwissenschaftliche Erkenntnisse ist zu fragen, was mit „Offenbarung“ gemeint ist und mit der Bezeichnung der Bibel als „Gottes Wort“. Auch in der Theologie verändert sich die Kommunikation mit Gott, wenn es von ihm auch andere Vorstellung gibt als die einer – wie einen Menschen anzusprechenden – Person . Wie wirkt es sich in der Kommunikation mit Gott aus, wenn mehr als früher daran gedacht wird, dass Gott größer und anders ist als unsere Vorstellungen von ihm? Ist er dann auch anders und auf verschiedene Weise ansprechbar?

Zum gesamten Text der 6. Kernfrage

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12 Kommentare

  • Christian Schmill schrieb:

    Beim Nachdenken über Begriffe wie “sein” und “geistig” drängt sich mir die Frage auf, inwieweit wir überhaupt in der Lage sind, von oder über Gott zu sprechen. Offensichtlich hat sich unsere Sprache historisch in Zusammenhang mit unserer Kultur entwickelt. Wie können wir von “himmlischen” Dingen reden, wenn doch die Sprache, die wir dazu benutzen müssen, hundertprozentig am “weltlichen” verhaftet ist?

    Mir fällt dazu auch der Name Gottes im Hebräischen ein: JHWH (siehe Exodus 3,13-15!). Erscheint der Versuch einer “Definition” Gottes nicht als ein recht fragwürdiges Unterfangen?

    Andererseits ist die Notwendigkeit des Redens von Gott für einen Christen auch klar. Man denke alleine nur an den Missionsauftrag. Die Frage bleibt allerdings “wie?”

    Ich denke, eine Form von Selbstbeschränkung, das Konzept eines “Sich-Annäherns an das Unerreichbare” wäre ein guter Ansatz. Und doch bleibt immer noch die Frage welche Worte und Formulierungen sich für das Reden von Gott konkret eignen? Christian Schmill

  • Hartmut Neumann schrieb:

    Gott ist ein Beziehungsgeschehen.Gott kann dem Menschen nur dann Vater-Gott sein,wenn er ihm ein Gegenüber ist, wenn er mit ihm in eine Resonanz tritt. Erst in der Beziehung des einzelnen Menschen zu dem, der alles ist und alles umgreift, kommt der Mensch zu Gott und zu sich selbst. (so beschreibt Kurt Bangert in seinem Buch: Die Wirklichkeit Gottes” die/seine Kommunikation mit Gott.) Kurt Bangert beschreibt auch eine “Mystische Erfahrung”,
    siehe im Web: “Mystische Erfahrung/Gottes- und Menschenbild” oder bei: http://www.gottesundmenschenbild.de

  • Neumann Hartmut schrieb:

    Hartmut Neumann on 23. Mai 2014 um 21:20

    Mein Gottesbild ist dies: Gott ist mehr als der Urgrund das Seins (Tillich) “Gott” ist das Wort für das Sein und ist das Sein, nämlich das Kollektiv-Geistige in der ganzen Evolution und in der Evolution der Menschheit im Sinne einer “Prozesstheologie. Hartmut Neumann

    • Christian Schmill schrieb:

      Beim Nachdenken über Begriffe wie “sein” und “geistig” drängt sich mir die Frage auf, inwieweit wir überhaupt in der Lage sind, von oder über Gott zu sprechen. Offensichtlich hat sich unsere Sprache historisch in Zusammenhang mit unserer Kultur entwickelt. Wie können wir von “himmlischen” Dingen reden, wenn doch die Sprache, die wir dazu benutzen müssen, hundertprozentig am “weltlichen” verhaftet ist?

      Mir fällt dazu auch der Name Gottes im Hebräischen ein: JHWH (siehe Exodus 3,13-15!). Erscheint der Versuch einer “Definition” Gottes nicht als ein recht fragwürdiges Unterfangen?

      Andererseits ist die Notwendigkeit des Redens von Gott für einen Christen auch klar. Man denke alleine nur an den Missionsauftrag. Die Frage bleibt allerdings “wie?”

      Ich denke, eine Form von Selbstbeschränkung, das Konzept eines “Sich-Annäherns an das Unerreichbare” wäre ein guter Ansatz. Und doch bleibt immer noch die Frage welche Worte und Formulierungen sich für das Reden von Gott konkret eignen?

  • AK schrieb:

    Gibt es einen persönlichen Gott?
    Die Vorstellungen der Quantenphysik sind für die christliche Theologie insofern hilfreich, als sie den naturwissenschaftlichen Monismus überwinden, auch die einfache In-Eins-Setzung von „Naturˮ und Gottheit vermeiden helfen und sich die Kategorie einer transzendenten Wirklichkeit jenseits der Materie „denkbarˮ machen. Daß dies nicht unbedingt die Wiederbelebung eines mythischen Gottesbildes bedeuten muß, hat Matthias Kroeger mit seinem Versuch einer non-theistischen Theologie gezeigt. Allerdings bleibt nach wie vor die Frage danach, ob es einen „persönlichen Gottˮ gibt. Denn die immer wieder (nicht zu Unrecht) zitierte Bemerkung Bonhoeffers, „Einen Gott, den es gibt, gibt es nichtˮ, wendet sich gegen eine Verobjektivierung Gottes, – also gegen die Art von Götzenbildern, wie es das 2. Gebot des Dekalogs untersagt, – wenn auch die Götzenbilder der Moderne inzwischen nicht mehr aus Holz oder Ton, sondern aus „Gottesideenˮ hergestellt werden. Aber die Frage nach einem „persönlichen Gottˮ meint ja nicht die gedankliche „Beschaffenheit ˮ Gottes, als viel mehr die Frage nach der Möglichkeit einer Gottesbeziehung, also nach einem Gott, an den ich mich wenden kann, den ich anrufen, auf den ich hoffen und dem ich glauben kann. Gemeint ist also „unser Vater im Himmelˮ, zu dem zu beten uns Jesus gelehrt hat.

  • hartmut neumann schrieb:

    Für mich ist das Vaterunser die wichtigste Verbindung zum Göttlichen in mir. Um ein wenig wegzukommen von der
    Vorstellung eines männlichen Gott-Geistes spreche ich auch die eher weibliche Lebenskraft im Vaterunser an.
    Aber jeder sollte die Gegenwart des Göttlichen auf seine Weise ansprechen dürfen.
    Grundsätzlich gilt für mich: “Ohne dich bin ich nichts, alles, was ich bin (und für mein halte) bin ich durch dich!
    Du bist Geisteskraft und Lebenskraft in mir, besser: ich bin in dir, ich bin da, weil du bist!”

    Hier ist mein heutiges Vaterunser:

    Vater unser, mein Herr,
    du bist der Herr des Geistes
    und die Lebenskraft in allem Leben
    heilig sei uns deine Gegenwart
    (heilig sei uns deine Gegenwart hie und jetzt),
    dein Reich ist, dein Wille geschehe,
    wie im Himmel , also auch auf Erden;
    unser täglich Brot gibst du uns heute
    und alles, wessen wir bedürfen, danke dafür!
    Und du vergibst uns alle Schuld, die wir vor dir bekennen,
    auch dafür danken wir. So wollen auch wir vergeben
    unsern Schuldigern, mit einer Hilfe.
    Und du führst uns heraus aus allem Schlamassel,
    du führst uns zum Heil, denn dein ist das Reich
    und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit Amen.
    Hartmut Neumann

  • Hartmut Neumann schrieb:

    zu 6- kommunikation mit gott

    Es drängt sich mir die Frage auf: wie können wir als Menschen am besten mit dem Göttlichen in Kommunikation kommen?
    Ob es nicht naheliegend ist, das Göttliche dort zu suchen, wo es sich wohl befindet, anstatt es woanders zu suchen, wo es wohl eher nicht ist?
    So stellte ich mir die Frage: “Was denke ich, wo zeigt sich mir das Göttliche so deutlich, dass ich es nicht übersehen kann? Tritt es nicht im dem am deutlichsten hervor, was wir das-Leben-selbst nennen?”
    Und wenn ich dies bejahen kann, wo berührt es mich am allernächsten? Ist dies nicht in meinem Körper der Fall? Und sind es nicht nur die Körperfunktionen, die ich vielleicht noch als selbstverständlich hinnehme, ist das-Leben-selbst in diesem Körper nicht eine Art “wundersamer Kosmos”? Wenn ich z.B. betrachte, wie alles zusammenspielt, wie das Autonome Nervensystem hin zum Herzschlag und dem Blutdruck, der Versorgung aller Körperzellen und der ständigen Erneuerung der wichtigen Zellen und Organe, auch der Heilung schwerer Wunden, bis hin zur Wärmeregulierung im ganzen System dies alles – ganz ohne mein Dazutun -in wundersamer Weise ganz selbstständig geregelt wird?
    Habe ich mir überhaupt schon mal Gedanken darüber gemacht, welch eine Intelligenz, welch eine positive Macht in meinem Körper alles lenkt und regelt? Und wie steht es um die nahezu unbegrenzte schöpferische Intelligenz in meinem Gehirn und Geist? Das Gehirn arbeitet doch scheinbar besser als der größte und modernste Computer, weil das Gehirn doch schöpferisch ist, so schöpferisch, dass es immer neue Computersysteme erschaffen kann?
    Und habe ich mir mal überlegt, welche Leistungen “mein” autonomes Immunsystem hervorbringt von den Darmbakterien bis hin zu den Blutsymbionten, den Bakteriophagen? Ist es nicht gesagt: “Gott ist dir näher als dein eigener Atem”?
    In der Tat, wenn ich das-Leben-selbst in meinem Körper betrachte, sollte ich dem-Leben-selbst nicht mehr Beachtung und mehr Wertschätzung entgegenbringen? Wie könnte ich die “Göttliche-Lebenskraft” in der gesamten Natur wie in meinem Körper am besten betrachten? Kann ich sie erkennen und anerkennen? Kann ich sie schätzen und wertschätzen? Kann ich sie achten und verehren? Kann ich sie anbeten, die “Göttliche-Lebenskraft” in meinem Körper und die “Göttliche-Geisteskraft” in “meinem” Geiste? Ist es nicht so, dass wir (Gott und ich) scheinbar zwei sind?
    (“Zwei Seelen wohnen ach, in meiner Brust”), und doch müssen wir scheinbar miteinander auskommen, nicht wahr? Und ist das Göttliche-Bewußtsein-in-uns vielleicht auch ein Ratgeber und Mahner zugleich, unsere innere Hilfe, Tröster und Beobachter? Darum sage ich: “Gelobt sei der, welcher in uns ist, (oder: sind wir vielmehr ±n IHM?), egal wie er heissen mag, ob er “Christus-in-uns” heisst oder unser Schutzengel!

  • Hartmut Neumann schrieb:

    Hartmut Neumann weist auch hier auf seine obige Webseite hin, und dort auf den Beitrag “Wie kann Mann-Frau die innere Gottes- und Geisteskraft” anbeten.?

  • Knuth schrieb:

    Hallo zusammen,
    das neue Gottes und Menschenbild von Hartmut Neumann ist großartig, habe selten sowas gutes gelesen.
    Gerne mehr darüber!
    MfG. M.Knuth

  • Hartmut Neumann schrieb:

    Das neue Gottes- und Menschenbild
    Das Bild eines außerweltlichen Gottes, eines Gott-Geistes, der so quasi über der Schöpfung und über allem „schwebte”, welches viele hundert Jahre überdauert hat, gehört nun endgültig der Vergangenheit an.
    Dabei spielt es keine wesentliche Rolle, ob man sich Gott als apersonal (als Lebenskraft in der Natur, auch in der Natur des Menschen) oder als personal in jedem Menschen wirkende Gotteskraft vorstellte, wie zum Beispiel als „Engel“ oder als „Schutzengel“.
    Ebenso konnte man sich Gott in beiden Erscheinungsformen, also als personale innere Kraft und zugleich als apersonale Gotteskraft ansich vorstellen, also sowohl als auch. Daraus konnte man die Vorstellung ableiten, dass die Gotteskraft oder die Geisteskraft in jedem Menschen ganz individuell angepasst an die jeweils aktuelle Situation im Leben des einzelnen wie der menschlichen Gesellschaft nach ihrer evolutionären Entwicklung zur Wirkung kommen würde. Das Gebet, bzw. die meist positive Wirkung des Gebets und die daraus zu gewinnende Zuversicht sind und waren und bleiben immer eine Hilfe für die Seele. Der Geist stärkt und bestärkt die betende Person in ihrer Zuversicht und Hoffnung zum Guten.
    Das neue Gottesbild ist begründet durch das Bibelwort von Jesus Christus (Joh. 10,34) „Ihr seid alle Götter!” Dies will so verstanden werden, dass jeder Mensch Anteil und natürlich Zugang hat am kollektiven Gottesgeist in der menschlichen Gesellschaft wie auch in der Gesamtheit der evolutionären Schöpfung. Nach dem Bildungswissen aus Evolutionstheorie und Quantenphysik erfährt das aktuelle Gottesbild eine ganz konkrete Ausformung. Zitat aus einer Veröffentlichung der Gesellschaft für eine Glaubensreform: „…das Verhältnis zur modernen Naturwissenschaft neu regeln, um das Verständnis von Schöpfung erweitern zu können.” Klaus-Peter Jörns schreibt: „Dabei geht es auch um die Verbindung von Theologie und Evolution durch das Wirken des Geistes in allem, was lebt, von der ersten Schöpfung an und durch die creatio continua bis heute und in die offene Zukunft hinein. Dadurch verändert sich das Bild von einem außerweltlichen Gott total dahin, dass es im Werden des Lebens – also auch in uns – gedacht werden kann. (Jörns: Update für den Glauben)
    Das wirklich Neue bei Jesus ist, dass er ganz auf die Kraft des Geistes setzt, die ja in jedem Menschen wirkt. Auch die einfachen Menschen seiner Zeit, Fischer und Handwerker, beruft er zu Menschenfischern. Sie sollen teilhaben an der geistigen Entwicklung, die auf nichts anderes zielt, als auf die fortschreitende Menschwerdung des Menschen. Diese Revolution basiert auf der Erkenntnis, dass Menschensöhne und -töchter Geschöpfe des Geistes sind und damit teilhaben an der Lebensenergie Gottes. Damit macht Jesus uns alle zu Mitschöpfern Gottes, die teilhaben an der fortlaufenden Evolution der Schöpfung. Durch und durch wahre (geistvolle) Menschen sollen erkennen, dass ihr Menschsein aus dem Gottesgeist herstammt und daher vom Geist her seine Möglichkeiten hat. Wir Menschen sind durch den Geist, also auch mit der direkten Teilhabe an Gottes Geist mit allem ausgestattet, was wir zum Leben brauchen, auch zum Leben mit den heutigen großen Menschheitsproblemen. Dies gilt ganz besonders für jene, die im Geiste Jesu, in seiner Liebe und in Anerkennung dessen, dass wir alle, auch alle Völker ohne Ausnahme, in einer solidarischen Weltgemeinschaft vereint sind, in der Pflicht zur Kooperation aller, zur Güte und zur Barmherzigkeit allem Leben gegenüber handeln. Um ein Beispiel hierfür zu geben: Fraglos war ein Mensch wie Albert Schweitzer bei aller Demut und Bescheidenheit einer, aus dem dieses göttliche Erbe der Menschheit heraus leuchtete.
    Kontakt und Angebot zu geistigem Austausch, Hartmut Neumann, Tel.: 02236/84 07 08. siehe auch http://www.gottsundmenschenbild.de

    • Huss schrieb:

      Sehr guter Ansatz. Bin nicht sicher, ob ich alles ganz verarbeitet habe. Die Argumentation kann viele Fragen ,die mich beschäftigen , recht plausibel beantworten. Insbesondere die Ganz offensichtliche Wirkung des Gebets. Da wird nicht mit transzendenten Empfängern kommuniziert sondern ein interner Mechnismus aktiviert ( das göttliche in uns?) , der eben zu jener Zuversicht führt, die unser Handeln zu steuern vermag. Andere Religionen arbeiten mit anderen Techniken ( z.B.Meditation).
      Huss

      • hartmut neumann schrieb:

        für die anrufung im vaterunser möchte ich folgende alternative anbieten:

        Vater unser, unser geistiger Vater, unser Herr,
        du bist das Leben in allem Leben, du göttliche Lebenskraft,
        heilig sei uns deine Gegenwart, dein Reich komme …usw.

        Für die Anrufung im Vater unser möchte ich folgende Alternative anbieten:

        Vater unser, unser geistiger Vater, unser Herr,
        du bist das Leben in allem Leben, du göttliche Lebenskraft,
        heilig sei uns deine Gegenwart, dein Reich komme …usw.

        siehe zu beiden auch: Das neue Vaterunser auf meiner Web-Seite http://www.gottesundmenschenbild.de