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15. Kernfrage: Theodizee – Gott entschuldigen?

2. April 2013 | Erstellt von Arbeitskreis Thema Gott

Menschen fragen bei Verbrechen, großen Übeln, Katastrophen und schwerem Leid: Warum trifft es gerade mich? Meine Angehörigen? Warum gibt es Leid und Böses in der Welt, warum so viel? Ist es eine Strafe (Gottes)?

Philosophie und Theologie haben sich ausführlich und seit langem mit diesen Fragen beschäftigt, die starke Zweifel am Glauben an Gott auslösen können.

Ergebnis: Die Antworten sind unbefriedigend (s. auch „Der andere Gott“). Muss man sich dann eben damit abfinden, dass es eine dunkle, verborgene Seite Gottes gibt, in der das Böse seinen Grund hat? Christen sollen sich im Glauben an den Gott der Liebe halten. (Luther)

Nach nichtpersonalem Verständnis öffnet die größere Wirklichkeit Gottes den Blick für die Verbundenheit aller Menschen: Die Opfer von Katastrophen und Unglücksfällen, die Kranken und Behinderten sind in einem größeren Zusammenhang miteinander verbunden und wurzeln im gleichen Seinsgrund. Daraus folgt Verantwortung füreinander, Bereitschaft und Fähigkeit zu gemeinsamem Leben und gegenseitiger Hilfe.

Zum gesamten Text der 15. Kernfrage

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8 Kommentare

  • Manfred Reichelt schrieb:

    Meines Erachtens kann heute die Theodizeefrage als befriedigend gelöst angesehen werden. Das ist möglich durch die Einbeziehung der Reinkarnationstatsache. Ich habe dazu ein Büchlein veröffentlicht: “Warum gerade ich? – Schicksalsfragen im Licht neuester Erkenntnisse” ( http://amzn.to/1RViUBm ) und einen Artikel geschrieben:
    “Sind Reinkarnation und christlicher Glaube miteinander vereinbar?” ( http://bit.ly/1MPOPis )

  • Django Schins schrieb:

    „Muss man sich dann eben damit abfinden, dass es eine dunkle, verborgene Seite Gottes gibt, in der das Böse seinen Grund hat?“

    Nein, man muss sich nicht damit abfinden! Die Behauptung, dass es einen gütigen und allmächtigen Gott gibt, steht im krassen Widerspruch zu „Auschwitz“. Alleine schon geistige Redlichkeit gebietet die zwingende Schlussfolgerung, dass es diesen Gott nicht geben kann. Auch der „freie Wille“ hilft da nicht, denn der „Allmächtige“ hätte ja auch dann das letzte Sagen!

    Damit ist zu diesem Thema alles gesagt!

    Obige „Erklärung“ ist eine faule Ausrede, wie so vieles auf dieser Seite zu diesem Problem.

    So z.B. folgendes:

    „Nach nichtpersonalem Verständnis öffnet die größere Wirklichkeit Gottes den Blick für die Verbundenheit aller Menschen: Die Opfer von Katastrophen und Unglücksfällen, die Kranken und Behinderten sind in einem größeren Zusammenhang miteinander verbunden und wurzeln im gleichen Seinsgrund.“

    Hier wird das Problem umschifft, indem nun von der „größeren Wirklichkeit Gottes“ schwadroniert wird. Getrieben durch die Schläge von realer Erfahrung, Vernunft und Logik flüchtet man sich in immer waghalsigere Gedankenkonstruktionen, um wenigstens noch „Gott“ als solches zu retten. Und offenbart damit doch nur, dass es sich ohnehin immer schon um eine solche gehandelt hat.

    Übrigens: Mit dem Abschied vom „gütigen Gott“ ist man fleißig dabei, sich das eigene Grab zu schaufeln. Denn wer braucht schon einen bösen Gott? Der Glaube an einen gütigen Gott als Trost in einer elenden Welt wäre damit obsolet, so wie er unvereinbar ist mit der unabweisbaren Tatsache von Menschheitsverbrechen wie Auschwitz, um nur das Schlimmste zu nennen.

  • Christian Kiesel schrieb:

    Meine Antwort zur Theodizee Frage. Zum einen hat Gott uns als sein Ebenbild geschaffen. Also frei und unabhängig. Zum anderen gibt es ohne “Gut” und “Böse” keine Entscheidungsfreiheit. Wir können uns entscheiden dem guten oder dem bösen zu folgen. Natürlich auch nur teilweise. Wäre die Welt “nur” gut, dann könnten wir nicht in Freiheit entscheiden.
    Viel Leid wird vom Menschen selbst gemacht, sind im beschriebenen Sinne also nicht Gottes Werk sondern Menschenwerk. Aktuell muss nur die IS genannt werden.
    Das unschuldige Leiden hat viele Inhalte. Zum einen kann es darum gehen “Was will Gott mir mit diesem Leiden sagen? Wozu habe ich es?” und zum anderen kann es sein, das Gott uns eine Last aufbürdet anderen die Möglichkeit zu bieten “Hilfe zu leisten” bzw. wir selbst erkennen sollen auch “Hilfe anzunehmen”. Sehr schwer wird die Frage bei sterbenskranken Kindern. Ein Kind kann noch nicht den Sinn seiner Erkrankung sehen. Wenn es so ist, das dieser Teil des Lebens, also das irdische Leben, nur der kleinste Teil unserer Existenz ist dann kommt das beste erst danach. Unsere Trauer ist im Sinne der Ewigkeit vergänglich und wir werden von Gott die Tränen abgewischt bekommen. In diesem Sinne ist Theodizee eine Frage des Lernens und der Hingabe an die Sinnhaftigkeit unserer Freiheit als Gottes Geschöpfe!

  • Ralf Neumayer schrieb:

    Anmerkungen zur 15. Kernfrage „Theodizee – Gott entschuldigen?“

    Beim Nachdenken über das in der Welt und in uns selbst reichlich wirksame (für uns) „Böse“ im Bezug auf Gott ist zunächst Verständigung darüber nötig, was wir meinen, wenn wir von „Gott“ sprechen.

    Auch viele Christen halten nicht mehr an der Vorstellung und Verehrung eines transzendenten allmächtigen, gütigen und unsterblichen Weltenschöpfers und –erhalters fest, der über das Schicksal des Einzelnen oder die Geschicke ganzer Völker bestimmt. Sie gehen auch nicht mehr davon aus, dass allein von Gott sittliche und religiöse Normen gesetzt wurden.
    Was aber weiterhin existiert, ist das Gottesbild, das sich die meisten Menschen machen. Eine „Theo“-logie jedenfalls, die die Nichtexistenz Gottes feststellt, scheint nur schwer möglich zu sein, auch wenn von einem Eingreifen Gottes in das Weltgeschehen nicht mehr die Rede ist.
    Die Existenz von Gottesbildern kann nicht abgestritten werden. Auch nicht die Gefährlichkeit einerseits und die stabilisierende Wirkung derselben andererseits.
    Gottesbilder sind Vorstellungen, Bilder und Projektionen, die sich Menschen oder Gruppen von Gott machen (übrigens als Verstoß gegen das II. Gebot). Dazu C.G. Jung: „Das Bild, das wir von Gott haben oder uns machen, ist doch nie losgelöst vom Menschen.“ (GW 18/II, §1508). Aus Theologie wird so die Lehre vom nach Gott fragenden Menschen, als Teildisziplin der Religionspsychologie und Anthropologie. Es wird nun nicht mehr von „Gott“, sondern von einem bestimmten „Gottesbild“ gesprochen.
    Ohne Zweifel gibt es ein dem Menschen innewohnendes religiöses Gefühl. Durch neurologische Forschungsergebnisse scheint sich die These vom religiösen Erleben als anthropologische Konstante zu erhärten. In unserem Gehirn gibt es Bezirke und Prozesse, die bei religiösem Erleben aktiviert sind. Spirituelles (um diesen Begriff auch einmal zu nennen) Erleben scheint mit der menschlichen Biologie verbunden. Eine Vermutung, von der schon C.G. Jung ausging. Ob man deshalb gleich eine Neurotheologie betreiben muss, ist fragwürdig im besten Sinn des Wortes.

    Wir wollen und können nicht hinter den Freud’schen Religionsbegriff und seine Religionskritik zurück (in Stichworten: Religion als Regression, Glaube als wunscherfüllende Illusion, Flucht in imaginäre frühkindliche Geborgenheitsphantasien, „Gott“ als Projektionsfläche infantiler Sehnsüchte). Religion kann ohne Zweifel eine Illusion sein, die aus infantilen Bedürfnissen gespeist, manchmal auch infantil gelebt wird; von religiösen Organisationen für ihre eigenen, ganz unheiligen Zwecke, missbraucht wird.
    Muss Religion das aber sein? Was wir erleben ist , dass Menschen, die diesen Illusionen entwachsen sind, sich mit dem traditionell und konfessionell vermittelten Glaubensangebot schwertun. Mit der Jung’schen Tiefenpsychologie und ihrer Weiterentwicklung lohnt es sich aber durchaus, sich dem Unbewussten gegenüber zu öffnen, dem eigenen und dem, wie es sich in den Religionen gestaltet (z.B. in Mythen, Symbolen, Bildern, religiösen Texten).
    Zusammenfassend halten wir an dieser Stelle vorläufig fest: Es geht darum, bei der Kritik an der Theodizee, das, was mit „Gott“ heute gemeint sein kann, wieder an die seelische Wirklichkeit anzuschließen, ohne dieses Symbol „Gott“ personalistisch bzw. theistisch misszuverstehen.
    Das Gottesbild ist nach Jung einem Wandel unterworfen, d.h. es entwickelt sich immer weiter, nämlich weg von einem unberechenbaren Gott hin zur Menschwerdung Gottes im Menschen – in jedem Menschen, der sich auf den Individuationsweg begibt. Durch die Ganzheit im Selbst vereinigt der Mensch die Gegensätze Gottes in sich. Das ist der recht verstandene „‚Gottesdienst“ im Sinne Jungs.
    Folgt man Jung, dann kann von einem nur guten und allmächtigen Gott nicht mehr gesprochen werden. Gott trägt ein doppeltes Gesicht. Anders formuliert: zu ihm gehört auch das Böse als seine andere Seite. Gott ist ein Symbol, das Gut und Böse vereinigt: „Haben wir Gutes empfangen von Gott und sollten das Böse nicht auch annehmen.“ (Hiob 2,10) Wer dann an Gott glaubt, glaubt auch an seine dunkle Seite. An den zwar allmächtigen, damit aber auch bösen Gott, zumindest an einen unverstehbaren. Eine Rede von einem nur guten, barmherzigen und allmächtigen Gott ist dann nicht mehr möglich.
    Wie posttheistische Religiosität aus Jung’scher Perspektive heute aussehen kann, hat z.B. Willy Obrist zu zeigen versucht, vor allem mit seinem Buch „Neues Bewusstsein und Religiosität“ (Olten 1988). Danach sind in der neuen, nicht mehr archaischen, Weltsicht Theodizeen nicht mehr nötig, denn da ergibt sich das Wissen um den Ursprung der Übel aus der Kenntnis der Natur. Wir möchten ergänzen: da wo wir bislang keine Ursache des Bösen/des Leids gefunden haben, halten wir die Unbeantwortbarkeit solange aus, bis sich durch fortschreitende wissenschaftliche Bemühung eine Antwort findet. Wir akzeptieren aber das Nichtwissen, wo es nicht möglich sein wird. Gleichwohl ist es aber möglich sowohl das Problem des Bösen in uns (Schatten) zu erkennen als sich mit dem Übel außerhalb auseinanderzusetzen.

    Die mutige Annahme seines Schicksals, dafür steht der tragische Held des Absurden, dem Albert Camus mit seiner Revolte des Sisyphos ein Denkmal gesetzt hat. Der Schriftsteller hat das Absurde in den Mittelpunkt seines Denkens und Schaffens gestellt. Camus selbst stirbt einen absurden Tod. Mit der Bahnfahrkarte in der Tasche wird er Opfer eines Autounfalls.
    Ausgangs- und Endpunkt ist für Camus die Sinnlosigkeit der Welt. Jegliche Transzendenz lehnt er ab. Er bleibt der ‚Erde treu’ (Nietzsche). Versuche, ihr einen Sinn zu geben, sind gescheitert, auch der religiöse. Der Mensch ist ein Spielball der Natur. Ihren Gegebenheiten und Zufälligkeiten ist er ausgeliefert. Jedoch: der Mensch möchte sich damit nicht abfinden. Sehnsüchtig sucht er nach Sinn. Diese Spannung zwischen Sinnsuche und Sinnlosigkeit ist die Absurdität, in welcher der Mensch lebt. Sich Abfinden heißt für Camus aber nicht Resignation. Sein eigenes politisches Engagement in der Algerienfrage und seine Tätigkeit in der Resistance belegen dies. Die Absurdität des Daseins anzunehmen, ist ein Schritt zu ihrer Überwindung. Die Gestalt des Sisyphos ist dafür das Symbol aus der griechischen Mythologie.
    Für Camus spitzt sich die Frage nach der Rechfertigung Gottes angesichts des Leidens zu, bei dem Leiden der unschuldigen Kinder insbesondere. In seinem Roman „Die Pest“ versucht mit Pater Paneloux ein Vertreter der traditionellen Kirchen und Theologie noch einmal einen Rechtfertigungsversuch Gottes, aber er scheitert daran.
    Auch für Camus wäre die einzige Entschuldigung Gottes seine Nichtexistenz. Angesichts der Weltordnung ist es besser für Gott selbst, wenn man nicht an ihn glaubt. Erweisen wir ihm so einen letzen Gottes-Dienst?
    Resignation ist allerdings nicht die Antwort auf das Absurde und das Leid, sondern Engagement, Revolte, Parteilichkeit für die Seite der Opfer. Revolte heißt für Camus aufzustehen gegen jede Form des Leids, sei es physischer oder moralischer Natur. Im Falle der „Pest“ richtet sich die Revolte auch gegen den Schöpfer, der dieses Leid zulässt, es weder verhindert noch bekämpft, also Revolte auch gegen Gott. Wir haben dabei vielleicht die Verse Goethes im Ohr:
    Ich dich ehren? Wofür?
    Hast du die Schmerzen gelindert
    Je des Beladenen?
    Hast du die Tränen gestillet
    Je des Geängsteten?
    (aus: Prometheus)

    Die Anerkenntnis der Tragik und der Absurdität des Daseins führt zur Revolte und zur Gegenwartsliebe. Letzteres gerät leicht in Vergessenheit. In Bezug auf Gott hält es Camus mit dem Agnostizismus. Für diese Form des Agnostizismus hat Sabine Dramm den Begriff des „existentiellen Agnostizismus“ geprägt. Dieser bleibt ganz bei sich, d.h. er leugnet die Existenz Gottes nicht im Allgemeinen, hält aber für sich an der Unmöglichkeit fest, darüber eine Aussage zu machen. Nach ihrem Verständnis wollte Camus „zum Ausdruck bringen, dass für ihn die Existenz Gottes keine Gültigkeit und keine Wirklichkeit habe, d.h. weder erfahrbar noch erkennbar, weder relevant noch plausibel sei.“ (Sabine Dramm, Dietrich Bonhoeffer und Albert Camus: Analogien im Kontrast, Gütersloh 1998, 102). Aufschlussreich für die Einstellung des Nobelpreisträgers zu dem Glauben und zu Gott ist sein Vortrag aus dem Jahr 1946 „Der Ungläubige und die Christen“.

    Fassen wir zusammen:
    Die Theodizieefrage ist, weil falsch gestellt, unbeantwortbar. Einen Gott, den es zu rechtfertigen gäbe, gibt es nicht. In medizinischem Jargon: er ist altersschwach in Ohmnacht gefallen und abgelebt. Dennoch wird die Frage nach ihm im Leid immer wieder gestellt und man hat ein unbefriedigendes Gefühl, wenn die Antwort nur ein Schulterzucken ist. Gar nicht schlecht ist der Antwortversuch, den ebenfalls Goethe in seinem Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“ macht: „Wenn wir immer ein offenes Herz hätten das Gute zu genießen, das uns Gott für jeden Tag bereitet, wir würden als denn auch Kraft genug haben, das Übel zu tragen, wenn es kommt.“ (1. Julius) Wer mag, kann „Gott“ in diesen Zeilen durch „Leben“ ersetzen. Wie auch immer, die Veränderung der Blickrichtung, – genauer die Ergänzung durch den Blick auf das Ganze, kann hilfreich sein.
    Nach der Überwindung eines archaischen Weltbildes (Obrist) bleibt die Revolte, wo Widerstand und Kampf sinnvoll ist. Als ethischer Entwurf kann u.a. die „Ehrfurcht vor dem Leben“ eines Albert Schweitzer weiter entwickelt werden. Auch das Glück einer Ich-losen Tätigkeit gilt es in einer narzisstischen Gesellschaft immer wieder neu zu kultivieren. Impulse dazu aus der fernöstlichen Philosophie (insbesondere des Taoismus) müssen nicht per se unter Esoterikverdacht gestellt werden. Eine abendländische Zugangsweise wäre etwa in der Mystik zu finden.

    Wenn wir mit individuellem Leid konfrontiert sind und unsere Möglichkeiten zu helfen als zu gering einschätzen, gibt uns Goethe noch einmal einen Vorschlag aus dem West-östlichen Divan mit auf den Weg:
    „Wenn der Schwergedrückte klagt:
    Hülfe, Hoffnung sey versagt,
    Bleibet heilsam fort und fort
    Immer noch ein freundlich Wort.“
    Was ein „freundlich Wort“ sein kann, darum geht es der Kunst der Seelsorge.

    Pfr. R. Neumayer (Ev. Klinikseelsorger, Pastoralspsychologe)

    • Rudolf Reichert schrieb:

      Die 15.Kernfrage: „Theodizee – Gott entschuldigen“ und
      die 14.Kernfrage: „Der andere Gott – damals und heute“.

      Nach meinem Gefühl wenden wir uns während der Diskussion der 15 Kernfragen, viel zu schnell der letzten aller Fragen zu, der Frage Nr. 15 „Theodizee – Gott entschuldigen„. Diese Frage können wir, nach meiner Überzeugung, nicht bedenken und schon gar nicht vernünftig besprechen, wenn wir nicht vorher die anderen Fragen gründlich durchdacht haben. Zumindest müssen wir die Frage Nr.14 „Der andere Gott – damals und heute“ gründlich und von allen Seiten beleuchten. ER ist eben „der ganz Andere“, der, den wir mit unserem menschlichen Denkvermögen nicht so ohne weiteres begreifen können.
      Mehr lesen (von “Kernfragen Einsendungen”)

    • Schambes schrieb:

      Was hilft´s dem Pfaffenorden,
      Der mir den Weg verrannt?
      Was nicht gerade erfaßt worden,
      Wird auch schief nicht erkannt.

  • Günter Hegele schrieb:

    Überbevölkerung – von Gott gewollt?
    Als „Schöpfergott“ glauben wir IHN mitwirkend beim Entstehen aller Lebewesen („Du hast mich bei meinem Namen gerufen“. Creatio continua). „Schöpfung“ wird in vielen Formen bei der Erhaltung des Lebens gegen alles Leben-Zerstörende“ wahrgenommen und erbeten.
    Die Überbevölkerung beginnt auf vielfache Weise zu einer Gefahr für das Leben auf unserem Planeten zu werden. Sie muss begrenzt werden. Auf welche Weise und in welchem Umfang?
    Das scheint mir auch eine Frage des Glaubens (und der „Theodizee“) zu sein. Ich bin noch auf der Suche nach Antworten, möchte die Frage hier aber schon mal stellen in der Hoffnung auf Kommentare.

    • Horst Scheitel schrieb:

      Auf die uralte Theodizeefrage wurden wahrscheinlich bereits alle als möglich erscheinenden Antworten gegeben. Sie sind allesamt Versuche, die Vielzahl der menschlichen Vorstellungen über das Wesen Gottes unter einen Hut zu bekommen. Wenn dies nicht gelingt, ist das nur die Bestätigung für die Berechtigung der Ermahnung: Du sollst dir kein Bild von Gott machen! Die in Jahrhunderten dennoch entstandenen Bilder gründen auf subjektiven Wünschen, Erfahrungen, Interpretationen und Überlegungen unterschiedlicher Menschen und können deshalb nicht zusammenpassen.
      Den Geschöpfen steht eine Bewertung der Schöpfung und des Schöpfers darüber hinaus auch nicht zu. Der gestaltete Ton beschwert sich nicht über den Töpfer.
      Jesus lehrt uns zu beten: „…. Dein Wille geschehe …“
      Gott hat uns mit Fähigkeiten ausgestattet, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden. Er hat uns Mitgefühl gegeben, um Leid nicht zu erzeugen sondern zu lindern. Das sind unsere begrenzten Möglichkeiten der Einflussnahme.
      Das Bevölkerungswachstum ist wohlstandsabhängig. In übersättigten Ländern ist die Geburtenrate so gering, dass die Bevölkerung schrumpft. Armut und Elend andererseits lassen die Geburtenzahlen übermäßig ansteigen. Durch verschiedene menschengemachte Mechanismen steigt der Wohlstand der einen zu Lasten der anderen, sowohl innerhalb einer Gesellschaft als auch global.
      Wollen wir für das weltweite Bevölkerungswachstum also als erstes Gott verantwortlich machen?
      Gibt es vielleicht einen in die Schöpfung eingebauten Regelmechanismus zur Einhaltung angemessener Lebensbedingungen?
      Geburtenrückgang bei den Verursachern von Übermaß und Elend wäre dann ein Gegensteuern dieses Regelkreises, um die Maßlosigkeit durch Reduzierung der Zahl der Maßlosen zurück zu drängen.